Die Initiative KeineSorge.ORG ist das zentrale Netzwerk für ehemalige Beschäftigte und Pensionäre der Volksfürsorge. Nach der Übernahme und Fusion durch die Generali wurden die vertraglich zugesicherten Betriebsrenten vieler Ruheständler unzulässig gedeckelt oder gekürzt. Unter dem ironischen Rückgriff auf den historischen Werbeslogan „Keine Sorge, Volksfürsorge!“ haben sich inzwischen über 2.000 Betroffene formiert, um gemeinsam für ihr Recht zu kämpfen.
KeineSorge.ORG zeigt, dass Versorgungszusagen im Ruhestand nicht einseitig zulasten der Arbeitnehmer verändert werden dürfen. Es fungiert als wichtiges Archiv des Widerstands und als aktiver Hebel zur Durchsetzung fairer Altersbezüge.
Klaus-Peter Kussmann
Inititiative KeineSorge.ORG
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Versorgungskasse der Volksfürsorge VVaG
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Unterstützungskasse der Volksfürsorge/Advocard e.V.
Überseering 2, 22297 Hamburg
E-Mail: versorgungsrtraeger-bav@generali.com
Stiftung Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung
Überseering 2, 22297 Hamburg
E-Mail: versorgungsrtraeger-bav@generali.com
Stand: 6. September 2026
Die Volksfürsorge war für viele mehr als ein Arbeitgeber. Sie stand für Sicherheit, Gemeinschaft und Verlässlichkeit. Wer hier arbeitete, vertraute darauf, dass auch im Ruhestand galt, was während des Berufslebens versprochen worden war.
Zu diesem Versprechen gehörte die betriebliche Altersversorgung. Sie war kein Geschenk, sondern Teil der Vergütung – aufgeschobenes Arbeitsentgelt für die Zeit nach dem Berufsleben.
Generation für Generation arbeiteten Menschen im Innen- und Außendienst für die Volksfürsorge. Viele blieben dem Unternehmen jahrzehntelang verbunden. 1988 übernahm die AMB die Mehrheit, später wurde die Volksfürsorge Teil der Generali. 2009 verschwand schließlich die Traditionsmarke.
Doch mit dem Namen verschwanden die Versorgungszusagen nicht. BVW und VO85 blieben Grundlage vieler Betriebsrenten. Die Betriebsrentner blieben – und mit ihnen das Versprechen, dass ihre erworbenen Ansprüche auch im Ruhestand Bestand haben.
2015 änderte sich für Tausende ehemalige Beschäftigte etwas Grundlegendes. Die Generali begrenzte die Anpassung bestimmter Volksfürsorge-Betriebsrenten auf lediglich 0,5 Prozent. Auch 2016 blieb es bei dieser pauschalen Erhöhung.
Für viele war das mehr als eine Rechenfrage. Es ging um Vertrauen. Um Regeln, auf die man sich jahrzehntelang verlassen hatte. Aus Enttäuschung wurde Widerspruch. Aus Widerspruch wurden Klagen.
Mehr als 2.000 Betriebsrentner kämpften schließlich um die vertragliche Anpassung ihrer Rente. Der Streit erreichte das Bundesarbeitsgericht. Zahlreiche Kläger erhielten Nachzahlungen und höhere laufende Renten.
Wer seine Ansprüche nicht kennt, kann sie nur schwer verteidigen.
Während noch vor Gericht gestritten wurde, veränderte sich die Unternehmenslandschaft weiter. Aus Volksfürsorge wurde Generali, aus Generali Leben wurde Proxalto. Später wurden Versorgungsverpflichtungen auf die PLE Pensions GmbH übertragen.
Für Betriebsrentner kamen neue Namen und neue Ansprechpartner hinzu. Die entscheidende Frage blieb jedoch dieselbe:
Was wurde mir ursprünglich zugesagt?
Arbeitsvertrag, Versorgungszusage, BVW, VO85, Rentenbescheide und frühere Abrechnungen erzählen diese Geschichte. Unternehmensverkäufe und Umstrukturierungen ändern nicht automatisch den Inhalt einer einmal erteilten Versorgungszusage.
Wer seine Betriebsrente verstehen will, muss ihre Geschichte kennen.
Genau hier setzt KeineSorge.ORG an. Die Initiative sammelt Dokumente, Urteile und Erfahrungen zur Volksfürsorge-Betriebsrente und bringt zusammen, was über Jahrzehnte verstreut wurde.
Manche ehemalige Beschäftigte besitzen nur noch einzelne Unterlagen. Andere wissen nicht, welche Versorgungsordnung für sie gilt. Wieder andere fragen sich, warum sich ihre Pensionsergänzung verändert hat oder wer heute für ihre Versorgung zuständig ist.
Aus einzelnen Dokumenten entsteht gemeinsames Wissen.
Und aus Wissen entsteht die Möglichkeit, Ansprüche zu sichern.
Der Streit um die Betriebsrente brachte viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen wieder zusammen. Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen, Niederlassungen und Außendienstorganisationen begannen erneut miteinander zu sprechen, Unterlagen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Auch heute entstehen neue Fragen zur Rentenberechnung, zur Gesamtrentenfortschreibung, zu nachträglichen Erhöhungen der gesetzlichen Rente und zu den heutigen Versorgungsträgern.
Die Volksfürsorge als Unternehmen ist Geschichte. Die Menschen, die sie geprägt haben, sind es nicht.
Am 6. November 2026 um 14 Uhr treffen sich ehemalige Kolleginnen und Kollegen im Hofbräu Wirtshaus am Speersort in Hamburg wieder. Anmeldung: info@keinesorge.org
Eine unabhängige Initiative ehemaliger Volksfürsorge-Mitarbeiter und Betriebsrentner.
Hinweis: Die Informationen auf KeineSorge.ORG dienen der Dokumentation, Orientierung und dem Erfahrungsaustausch. Sie ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.