Es begann mit dem Widerspruch Einzelner. Als die Anpassung der Volksfürsorge-Betriebsrenten begrenzt wurde, standen viele ehemalige Kollegen plötzlich vor demselben Problem.
Sie begannen, sich auszutauschen, Dokumente zu teilen und gemeinsam für ihre Ansprüche einzustehen. Aus einzelnen Stimmen wurde eine Gemeinschaft.
So entstand KeineSorge.ORG – von Betroffenen für Betroffene.
Denn ein Versprechen fürs Alter sollte nicht davon abhängen, ob man allein dafür kämpfen kann.
Klaus-Peter Kussmann
Inititiative KeineSorge.ORG
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Unterstützungskasse der Volksfürsorge/Advocarc e.V.
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Stand: 24. August 2026 – fortlaufend aktualisiert.
Alle Angaben werden nach bestem Wissen auf Grundlage von Originalquellen und Rechtsprechung geprüft, dokumentiert und fortlaufend aktualisiert. Keine Rechtsberatung.
Wer sein Berufsleben bei der Volksfürsorge verbrachte, konnte auf ein Versprechen bauen: Im Alter sollte die Betriebsrente Sicherheit geben. Die Versorgungsordnungen regelten nicht nur die Höhe der Leistungen. Sie sahen grundsätzlich auch vor, dass sich die Versorgung mit der gesetzlichen Rente weiterentwickelt. Für viele Beschäftigte war das Teil eines stillen Pakts: Jahrzehnte der Arbeit gegen Verlässlichkeit im Alter.
2015 änderte sich etwas. Die gesetzlichen Renten stiegen um 2,1 Prozent, 2016 sogar um 4,25 Prozent. Doch viele ehemalige Volksfürsorge-Mitarbeiter erhielten jeweils nur 0,5 Prozent mehr Betriebsrente.
Für die Betroffenen ging es um mehr als ein paar Prozentpunkte. Sie hatten jahrzehntelang darauf vertraut, dass die alten Zusagen Bestand haben würden. Nun mussten sie erleben, dass genau dieses Vertrauen im Ruhestand auf die Probe gestellt wurde.
Der Streit landete vor den Arbeitsgerichten und schließlich beim Bundesarbeitsgericht. In mehreren Verfahren bekamen Betriebsrentner in entscheidenden Punkten Recht. Doch damit war der Konflikt nicht für alle beendet.
Denn ein erfolgreiches Urteil bedeutete nicht automatisch, dass jeder vergleichbare Fall korrigiert wurde. Viele ehemalige Kollegen mussten ihre Ansprüche selbst geltend machen – Menschen, die längst im Ruhestand und teilweise hochbetagt waren.
Aus einzelnen Widersprüchen wurde deshalb gemeinsamer Widerstand. Ehemalige Kollegen tauschten Unterlagen aus, suchten nach alten Versorgungsordnungen, unterstützten Klagen und machten den Konflikt öffentlich. ARD Plusminus, Handelsblatt und andere Medien berichteten über den Streit.
Aus dieser Erfahrung entstand KeineSorge.ORG:Betroffene helfen Betroffenen, Wissen zu bewahren und Ansprüche zu sichern.
Denn am Ende geht es nicht nur um Geld.
Es geht um die Frage,was ein Versprechen wert ist, wenn diejenigen, denen es gegeben wurde, im Alter darum kämpfen müssen.
Werner Hamann war Mitglied des Betriebsrats der Volksfürsorge Lebensversicherung. 1961 wirkte er daran mit, das Betriebliche Versorgungswerk auf den Weg zu bringen – eine Zusage, die Generationen von Beschäftigten Sicherheit im Alter geben sollte.
Fast sechs Jahrzehnte später musste er selbst um dieses Versprechen kämpfen. Als über 80-jähriger Rentner zog Hamann gemeinsam mit der Initiative KeineSorge.ORG bis vor das Bundesarbeitsgericht. Denn von den umstrittenen Rentenanpassungen waren auch ehemalige leitende Angestellte der Volksfürsorge betroffen.
So schloss sich für Werner Hamann ein Kreis: Er hatte einst an der betrieblichen Versorgung mitgewirkt – im hohen Alter musste er für ihren Bestand kämpfen.
Beim Pensionärstreffen von KeineSorge.ORG kommen ehemalige Kolleginnen und Kollegen wieder zusammen. Alte Geschichten werden lebendig, Weggefährten treffen sich wieder – und auch das, was heute bewegt, findet seinen Platz.
Am 6. November 2026 um 14 Uhr ist es wieder so weit: im Hofbräu Wirtshaus am Speersort.
Denn manche Verbindungen enden nicht mit dem letzten Arbeitstag.
KeineSorge.ORG bewahrt ihre Geschichte, sichert das Wissen – und hilft, Ansprüche zu schützen.